Abendliches Rheinpanorama in Koblenz mit Deutschem Eck, beleuchteter Stadt und dem Schriftzug 5 % UNESCO Welterbe Koblenz

Vorstellung der 5 % UNESCO Welterbe Koblenz

Vorstellung der 5 % UNESCO Welterbe Koblenz

Mit dem Projekt „5 % UNESCO Welterbe Koblenz“ entsteht ein eigener kleiner Blickwinkel auf ein außergewöhnlich großes kulturelles und natürliches Erbe. Die Bezeichnung „5 %“ soll dabei nicht bedeuten, dass die UNESCO Koblenz offiziell einen solchen prozentualen Anteil zugeordnet hat. Sie steht vielmehr als Projektgedanke dafür, einen überschaubaren Teil einer großen Aufgabe bewusst wahrzunehmen, sichtbar zu machen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Denn Welterbe besteht nicht allein aus berühmten Bauwerken oder historischen Orten. Es lebt von Landschaft, Wasser, Geschichte, Menschen und der Frage, wie wir mit diesem Erbe heute und in Zukunft umgehen. Koblenz besitzt dabei eine besondere Lage. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel und bildet den nördlichen Bereich der UNESCO-Welterbestätte Oberes Mittelrheintal. Das Welterbe umfasst einen rund 65 Kilometer langen Abschnitt zwischen Bingen beziehungsweise Rüdesheim und Koblenz. Seit 2002 gehört diese Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe. Historische Städte, Weinberge, Burgen, Festungen und vor allem der Rhein selbst prägen einen Raum, in dem Natur und menschliche Geschichte über viele Jahrhunderte miteinander verbunden wurden.

Der Rhein ist dabei weit mehr als eine landschaftliche Kulisse. Seit frühester Zeit war er Verkehrsweg, Lebensader und Verbindung zwischen verschiedenen Teilen Europas. Handel, kultureller Austausch, Siedlungen und Landwirtschaft entwickelten sich entlang seines Laufes. Die UNESCO hebt gerade dieses Zusammenspiel zwischen natürlicher Landschaft und menschlicher Gestaltung als außergewöhnlichen Wert des Oberen Mittelrheintals hervor. Die Welterbestätte wurde nach den Kriterien II, IV und V anerkannt, unter anderem wegen ihrer Bedeutung für den kulturellen Austausch sowie als herausragende, über Jahrtausende entwickelte Kulturlandschaft. Für das Projekt „5 % UNESCO Welterbe Koblenz“ rückt deshalb auch das Wasser besonders in den Mittelpunkt. Am Deutschen Eck treffen Rhein und Mosel sichtbar aufeinander. Zwei Wasserwege verbinden sich und setzen ihren gemeinsamen Weg fort. Genau an diesem Ort lässt sich begreifen, dass Wasser keine Grenzen kennt. Was flussaufwärts geschieht, kann Auswirkungen auf weit entfernte Regionen haben. Wasser verbindet Städte und Länder ebenso wie Natur- und Kulturräume.

Damit entsteht eine unmittelbare Verbindung zur Wasser-SOS-Botschaft. Welterbe bewahren bedeutet nicht nur, historische Gebäude, Burgen oder Denkmäler zu schützen. Auch Landschaften, Flüsse, Uferbereiche und natürliche Lebensgrundlagen benötigen Aufmerksamkeit. Verschmutzung, Eingriffe in Gewässer, Hochwasserereignisse, Veränderungen von Landschaften und der Umgang mit natürlichen Ressourcen stellen uns immer wieder vor die Frage, welche Verantwortung Menschen für diesen gemeinsamen Lebensraum übernehmen. Die „5 %“ stehen deshalb sinnbildlich für einen Anfang. Niemand muss allein das gesamte Welterbe bewahren. Aber jeder kann einen Teil wahrnehmen, verstehen und schützen. Ein kleiner Anteil Aufmerksamkeit kann dazu führen, Zusammenhänge zu erkennen. Ein kleiner Anteil Verantwortung kann Veränderungen anstoßen. Und ein kleiner Bereich wie Koblenz kann zeigen, wie eng lokale Geschichte mit einer internationalen Aufgabe verbunden ist.

5 % UNESCO Welterbe Koblenz möchte deshalb informieren, erinnern und aufmerksam machen. Es geht um den Rhein, die Mosel, die Landschaft, ihre Geschichte und die Menschen, die heute in ihr leben. Vor allem aber geht es um die Verantwortung, dieses Erbe nicht nur zu bewundern, sondern bewusst weiterzugeben. Welterbe beginnt dort, wo wir hinschauen. Verantwortung beginnt dort, wo wir erkennen, dass auch ein kleiner Teil zum großen Ganzen gehört.